Ein US-Bundesrichter gewährte am 27. Juli Kalshi, Polymarket US und der Commodity Futures Trading Commission vorläufigen Rechtsschutz gegen das Verbot von Vorhersagemärkten in Minnesota.
Zusammenfassung
- Richterin Katherine Menendez blockierte das Gesetz zu Vorhersagemärkten in Minnesota vor seinem Inkrafttreten am 1. August landesweit.
- Die einstweilige Verfügung schützt bei der CFTC registrierte Vertragsmärkte, während drei Klagen auf endgültige Entscheidungen in der Sache warten.
- Minnesota könnte eine engere Durchsetzung anstreben, da die Richterin in Frage stellte, ob jeder Ereignisvertrag rechtlich zulässig ist.
Richterin Katherine Menendez untersagte Beamten die Durchsetzung des Minnesota Statute 609.7615 gegen Unternehmen, die bei der CFTC als designierte Vertragsmärkte registriert sind. Die Anordnung vom 27. Juli erging fünf Tage vor dem Inkrafttreten des Gesetzes am 1. August und bleibt in Kraft, bis das Gericht eine endgültige Entscheidung trifft.
Die Maßnahme in Minnesota würde das Erstellen, Betreiben oder Ermöglichen eines gedeckten Vorhersagemarktes zu einem Verbrechen machen. Sie würde auch bestimmte Unterstützungs-, Daten- und Zahlungsdienste sowie Werbung für Produkte, die verbotene Transaktionen fördern, unter Strafe stellen. Das staatliche Gesetz umfasst Märkte, die mit Sport, Wahlen, Regierungshandlungen, Gerichtsverfahren, Populärkultur und mehreren anderen Ereignissen verbunden sind. Es war die erste staatliche Maßnahme, die darauf abzielte, Vorhersagemärkte direkt zu verbieten, anstatt ein bestehendes Glücksspielgesetz auf ausgewählte Verträge anzuwenden.
Kalshi und Polymarket siegten mit bundesrechtlicher Verdrängung
Menendez befand, dass die Kläger zumindest teilweise mit ihren Ansprüchen auf ausdrückliche Verdrängung erfolgreich sein würden. Der Commodity Exchange Act gibt der CFTC die „ausschließliche Zuständigkeit“ für Swaps, die auf bundesrechtlich registrierten Vertragsmärkten gehandelt werden. Die Richterin kam zu dem Schluss, dass das pauschale Verbot in Minnesota wahrscheinlich viele Transaktionen erfassen würde, die der Bundesaufsicht vorbehalten sind.
Das Gericht stellte auch fest, dass den Klägern ein nicht wiedergutzumachender Schaden drohte und dass die Abwägung der Schäden eine vorläufige Entlastung rechtfertigte. Das Urteil ist jedoch kein endgültiges Urteil, dass das Gesetz von Minnesota ungültig ist. Menendez bezeichnete es als vorläufige Bewertung, die den bestehenden Zustand bewahren soll, während die Verfahren laufen. Sie entschied nicht über die Ansprüche der Unternehmen auf stillschweigende Verdrängung oder nach dem Ersten Verfassungszusatz.
Die einstweilige Verfügung könnte enger werden
Die einstweilige Verfügung schützt bei der CFTC registrierte designierte Vertragsmärkte, nicht jedoch jeden Vorhersagemarkt oder Ereignisvertragsanbieter. Kalshi und QCX LLC, die als Polymarket US firmiert, sind Parteien in separaten Verfahren, die zusammen mit der Anfechtung der Bundesregierung im Rahmen des einstweiligen Verfügungsverfahrens behandelt wurden.
Menendez lehnte auch die Idee ab, dass die Registrierung allein den rechtlichen Status jedes Vertrags klärt. Sie sagte, die Kläger hätten nicht gezeigt, dass jeder Ereignisvertrag auf den beiden Plattformen die bundesrechtliche Definition eines Swaps erfüllt. Ein Wetter- oder Ernteertragsvertrag könne wirtschaftliche Folgen haben, während einige Sportwetten dies möglicherweise nicht tun. Eine dauerhafte Entlastung könnte daher weniger Produkte umfassen als die derzeitige einstweilige Verfügung.
Minnesota wird sein Verbot weiter verteidigen
Der Generalstaatsanwalt von Minnesota, Keith Ellison, sagte, er sei mit der Entscheidung nicht einverstanden und werde das Gesetz weiter verteidigen. Er bezeichnete Vorhersagemärkte als Glücksspiel und argumentierte, dass Minnesota seine Einwohner vor nicht lizenzierten Aktivitäten schützen dürfe. Kalshi erklärte, das Urteil bestätige, dass Staaten keine Produkte außerhalb ihrer Zuständigkeit verbieten könnten, während Polymarket die Anordnung ebenfalls begrüßte.
Das Ergebnis aus Minnesota legt den weiteren Streit zwischen Bundesstaat und Bund nicht bei. Massachusetts, Michigan, Nevada und Washington haben Anordnungen erwirkt, die Teile der Aktivitäten von Kalshi einschränken. In verwandter Berichterstattung haben Kalshi und Polymarket Angebote verloren, Verfahren in Nevada und Washington zu stoppen, während eine separate Anordnung aus Michigan Kalshis Sportverträge vorübergehend einschränkte.
CFTC-Regeln könnten den weiteren Verlauf bestimmen
Die drei Klagen aus Minnesota bewegen sich nun auf endgültige Entscheidungen zur Sache zu. Die einstweilige Verfügung verhindert während dieses Prozesses, dass die angefochtenen Strafvorschriften auf CFTC-registrierte Vertragsmärkte angewendet werden. Das Gericht könnte später bestimmte Vertragskategorien prüfen und entscheiden, ob die bundesrechtliche Präemption alle, einige oder keine von ihnen schützt.
Eine parallele CFTC-Regelsetzung könnte ebenfalls die Grenzen definieren. Der Vorschlag der Regulierungsbehörde vom Juni würde ein vertragsspezifisches Verfahren zur Überprüfung von Ereignisverträgen schaffen, die Glücksspiel, Krieg, Terrorismus, Attentate oder rechtswidriges Verhalten betreffen. Die öffentliche Kommentierungsfrist endete am 27. Juli. Wie zuvor berichtet, könnte der vorgeschlagene Rahmen Kalshi und Polymarket direkt betreffen, indem er formelle Tests des öffentlichen Interesses für gelistete Verträge einführt.
Bereits am 27. Juli hatte die CFTC das Gericht gebeten, vor der Frist am 1. August zu entscheiden, und angedeutet, dass sie im Falle keiner Entscheidung einen Notfall-Rechtsbehelf auf Bundesebene beantragen könnte. Kalshi und Polymarket schlossen sich diesem Antrag an. Die einstweilige Verfügung hob diese unmittelbare Frist auf, aber der Generalstaatsanwalt von Minnesota hat klargestellt, dass der zugrunde liegende Zuständigkeitsstreit fortgesetzt wird.






