JPMorgan: Bitcoin könnte Gold übertreffen, wenn ETF-Absicherungen nachlassen

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vor 21 StundenQuelle: u.today
JPMorgan: Bitcoin könnte Gold übertreffen, wenn ETF-Absicherungen nachlassen

Bitcoin könnte mehr Spielraum haben, um gegenüber Gold an Boden zu gewinnen, wenn Anleger beginnen, einige der defensiven Positionen rund um Kryptowährungs-Exchange-Traded-Funds abzubauen, so Analysten von JPMorgan.

Der Wall-Street-Bankriese hat auf einen Unterschied zwischen der Positionierung von Anlegern in Bitcoin- und Gold-ETFs hingewiesen. Die institutionelle Exposition gegenüber beiden Vermögenswerten bleibt erheblich, doch Bitcoin-Anleger sichern sich weiterhin viel aggressiver gegen Abwärtsrisiken ab.

Die von Nikolaos Panigirtzoglou geleiteten JPMorgan-Analysten sind der Ansicht, dass diese ungewöhnlich defensive Positionierung letztlich zugunsten von Bitcoin wirken könnte, wenn sich die Stimmung verbessert und die Nachfrage nach Absicherung nachzulassen beginnt.

Sowohl Bitcoin als auch Gold verzeichneten nach der Juli-Sitzung der Federal Reserve erneute ETF-Zuflüsse, da Anleger zum sogenannten Debasement-Trade zurückkehrten.

Bitcoin hinkt bei der ETF-Erholung weiterhin hinter Gold her

Gold hat bislang eine deutlich stärkere Erholung der ETF-Nachfrage erlebt.

Laut JPMorgan haben die Zuflüsse in Gold-ETFs bereits alle Abflüsse ausgeglichen, die früher im Jahr 2026 verzeichnet wurden.

Bitcoin-ETFs haben im Vergleich dazu nur etwa die Hälfte ihrer früheren Abflüsse wieder hereingeholt.

Auf den ersten Blick könnte das Gold in eine stärkere Position bringen. JPMorgan sieht jedoch einen weiteren wichtigen Faktor unter den Schlagzeilen zu den Zuflüssen.

Das Leerverkaufsinteresse am iShares Bitcoin Trust ETF (IBIT) von BlackRock bleibt nahe seinem Höchststand von 2026. Das Leerverkaufsinteresse am SPDR Gold Shares ETF (GLD) liegt unterdessen unter seinem historischen Durchschnitt.

Allerdings erzählt der Optionsmarkt eine ähnliche Geschichte. IBIT hat derzeit ein höheres Open-Interest-Verhältnis von Puts zu Calls als GLD, ein weiteres Anzeichen dafür, dass Bitcoin-Anleger mehr Absicherung gegen Abwärtsrisiken kaufen.

JPMorgan argumentiert, dass diese Diskrepanz ein interessantes Szenario schaffen könnte. Wenn Anleger selbstsicherer werden und beginnen, diese Absicherungen abzubauen, könnte Bitcoin im Verhältnis zu Gold zusätzliche Unterstützung erhalten.

JPMorgans sich wandelnde Bitcoin-Aussichten für 2026

Die Bank ging mit einer relativ konstruktiven Sicht auf den Markt für digitale Vermögenswerte in das Jahr 2026. Im Februar sagte das Team von Panigirtzoglou, es bleibe für das Jahr positiv gegenüber Krypto eingestellt.

Damals schätzten die Analysten auch die Produktionskosten von Bitcoin auf etwa 77.000 US-Dollar, gegenüber rund 90.000 US-Dollar zu Beginn des Jahres.

Das Team bekräftigte außerdem eine viel längerfristige, volatilitätsbereinigte Bitcoin-Bewertung von 266.000 US-Dollar auf Basis eines Vergleichs mit Gold.

Im weiteren Verlauf des Jahres 2026 wurde der Ton von JPMorgan jedoch merklich vorsichtiger.

Im Juni erklärte JPMorgan, Bitcoin habe fünf aufeinanderfolgende Monate unter seinen geschätzten Produktionskosten verbracht.

Die Bank warnte im Laufe des Sommers wiederholt, dass das Zeitfenster für die Verabschiedung des Clarity Act schrumpfe.

Diese regulatorische Unsicherheit geht nun mit einem komplizierten Bild der institutionellen Positionierung bei Bitcoin einher.