Verfasst von: Billy Bambrough, Forbes
Übersetzt von: AididiaoJP, Foresight News
Elon Musk hat selten so häufig wie 2021 öffentlich für Kryptowährungen geworben, doch er hat X dem Kryptomarkt einen weiteren Schritt näher gebracht. Dieser Artikel analysiert, wie Musk die nächste Runde für Bitcoin und den Kryptomarkt vorbereitet: nicht durch einen Tweet, der den Kurs nach oben treibt, sondern indem er Diskussion, Kurs und Handelszugang miteinander verbindet.
Am selben Tag stieg der Bitcoin-Preis auf etwa 87.000 US-Dollar, fiel danach leicht zurück und bleibt auf einem mehrmonatigen Hoch. Das ist noch ein gutes Stück vom bisherigen Höchststand von etwa 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 entfernt, aber für einen Markt, der den größten Teil des Jahres zwischen 60.000 und 80.000 US-Dollar schwankte, reicht es aus, um die Stimmung zu heben. Dogecoin legte ebenfalls zu und stieg zeitweise wieder über 0,10 US-Dollar, mit einem 24-Stunden-Zuwachs von über zehn Prozent. Der Markt betrachtet zwei Dinge zusammen: Die Preise steigen, und X verwandelt „eine Münze sehen“ in „mit einem Klick kaufen“.
Was X getan hat und was nicht
Die Veränderung liegt beim Cashtag. Wenn US-Nutzer in der Timeline auf $BTC, $ETH, $XRP, $SOL, $DOGE oder Aktien-Tags wie $TSLA und $COIN tippen, sehen sie einen größeren Echtzeit-Chart, relevante Beiträge und einen „Handeln“-Button. Ein Klick führt zu Coinbase, Kraken, Gemini oder Interactive Brokers und Moomoo. Krypto-Assets laufen über die ersten drei Börsen, Aktien und ETFs über die letzten beiden Broker. Anmeldung oder Kontoeröffnung, Ordererteilung und Verwahrung erfolgen vollständig auf den Plattformen der Partner. X vermittelt nicht, verrechnet nicht und berührt keine Kundengelder, sondern fungiert nur als Entdeckungs- und Weiterleitungsebene.
Mridul Singhai, Mitglied des X-Produktengineering-Teams, sagte, das Ziel der Cashtags sei es, die Lücke zwischen Informationen in der Timeline und der Ausführung am Markt zu schließen. Die Funktion ist derzeit nur für US-Nutzer verfügbar, für andere Märkte gibt es noch keinen Zeitplan. Für eine Plattform mit Hunderten Millionen täglicher Nutzer liegt die Bedeutung dieses Schritts nicht darin, dass „X eine Börse geworden ist“, sondern darin, dass Krypto-Diskussionen vom Zuschauen zum Ausführen werden. Anfang 2026 konnte Smart Cashtag bereits Echtzeitkurse anzeigen; jetzt kommt ein Orderpfad hinzu. Informationen werden zu Handlungen, und eine Ebene der Reibung – Browser öffnen, Börse suchen, sich registrieren – entfällt.
Dies ist eine andere Baustelle als X Money. X Money wurde Mitte des Jahres für einige Premium-Nutzer freigegeben und bietet Fiat-Überweisungen, Spareinlagen und Visa-Kartendienste, mit beworbenen Renditen von etwa 6 % und Cashback; zum Start enthielt es keine Krypto-Funktionen. Der regulatorische Weg führt über Geldtransfer- und Bankpartnerschaften: zuerst eine Fiat-Basis schaffen, dann über Stablecoins oder Krypto-Integration sprechen. Das Musk-Team hat zuvor bestätigt, dass Krypto-Handel über Smart Cashtag eingebunden wird und X selbst nicht als Broker auftritt. Der im September eingeführte Handelsbutton setzt diese Aussage ein Stück weit um. Der Markt spekuliert weiterhin, ob als Nächstes Bitcoin, Dogecoin oder Stablecoins in X Money integriert werden, aber derzeit gibt es keinen offiziellen Zeitplan.
Unternehmen und Person: Coins in der Bilanz, Energie im Mund
Tesla hält weiterhin etwa 11.509 Bitcoin, was zum aktuellen Preis fast 1 Milliarde US-Dollar entspricht; der Bestand hat diese Woche um etwa 123 Millionen US-Dollar an Wert gewonnen. Die Börsenunterlagen von SpaceX offenbarten etwa 18.712 Bitcoin, was die Schätzungen über die Bestandsgröße zeitweise verdoppelte; die Anschaffungskosten lagen bei etwa 661 Millionen US-Dollar. Zusammen sind es über 30.000 Bitcoin, was im Ranking der Bitcoin-Bestände börsennotierter Unternehmen weltweit Platz fünf bedeuten könnte. Musk persönlich hat bereits erklärt, Bitcoin, Ethereum und Dogecoin zu halten, ohne konkrete Mengen zu nennen. Der Markt betrachtet ihn als Stimmungsbarometer für Krypto und achtet auf seinen Einfluss, nicht darauf, wie viele Coins in seiner Tasche liegen.
In seinen öffentlichen Äußerungen der letzten Jahre hat sich der Schwerpunkt von „kaufen oder nicht“ auf „was ist Geld“ verlagert. Er schrieb: Energie ist die wahre Währung; Fiat kann gedruckt werden, Energie kann nicht gefälscht werden; Bitcoin baut auf Energie auf. Gegenüber dem Economist sagte er auch, wenn KI und Roboter die Versorgung in etwa einem Jahrzehnt extrem reichlich machen, könnte Geld als Konzept an Bedeutung verlieren. Die Bitcoin-Community interpretiert dies so: Er hat sich nicht aus dem Narrativ zurückgezogen, sondern spricht die grundlegendere Ebene an – Rechenleistung, Strom, nicht fälschbare Abrechnung.
Diese Rhetorik steht im Kontrast zu 2021. Damals akzeptierte Tesla zeitweise Bitcoin-Zahlungen, setzte sie dann wegen des Energieverbrauchs beim Mining aus; später verkaufte das Unternehmen den Großteil seiner Bestände und behielt die heutige Menge. Musk wandte sich Dogecoin und Memes zu, näherte sich im Trump-Zyklus kurz der Politik und distanzierte sich dann wieder. Der Preis reagiert nicht mehr sofort, wenn er etwas nennt, aber sobald X sein Produkt ändert, bewertet der Markt ihn erneut.
Steigende Preise bedeuten nicht, dass der Zyklus bestätigt ist
Mitte September lag Bitcoin noch bei etwa 75.500 US-Dollar, stieg innerhalb weniger Tage um über 15 %, erreichte intraday etwa 87.300 US-Dollar und fiel dann auf 85.000 bis 86.000 US-Dollar zurück. Das Spot-Volumen nahm deutlich zu. Die On-Chain-Datenplattform Glassnode wies darauf hin, dass die Bitcoin-MVRV-Ratio wieder über ihren 365-Tage-Durchschnitt gestiegen ist – ein Momentum-Signal, das zuvor vor den Bullenmarktstarts 2019 und 2023 auftrat. Einige Analysten sehen das Überschreiten des 365-Tage-Durchschnitts als „Bullenmarktsignal“, mit dem nächsten Widerstand bei 88.000 bis 90.000 US-Dollar. Andere warnen, dass ein Short Squeeze die Kursgewinne deutlich verstärkt hat – über 648 Millionen US-Dollar an Short-Positionen wurden im gesamten Markt zwangsweise liquidiert, was einen selbstverstärkenden Kreislauf aus „Ausbruch – Liquidation – erneutem Ausbruch“ erzeugte. Es sei nicht ratsam, mit Hebel hinterherzujagen; zunächst müsse beobachtet werden, ob der Bereich um 82.000 US-Dollar hält.
Die Gesamtmarktkapitalisierung von Krypto nähert sich wieder 3 Billionen US-Dollar, der Bitcoin-Anteil liegt bei etwa 59 %. Diese Zahlen belegen, dass die Erholung Volumen hat, beweisen aber nicht allein, dass der Vierjahreszyklus sich gewendet hat.
Das Makro-Narrativ bleibt das alte Thema: US-Schuldenexpansion, Veränderungen im monetären Umfeld, Gold als Vorläufer, der sogenannte Debasement-Trade zurück in digitale Assets. Kevin O'Leary und andere nennen für die nächste Runde sehr hohe Obergrenzen; er schlägt vor, dass Bitcoin in der alternativen institutionellen Vermögensallokation einen Anteil von 1 % bis 3 % erreichen könnte, woraus sich ein Preis von 253.000 bis 760.000 US-Dollar ergäbe; bei Erreichen der Obergrenze läge die Marktkapitalisierung bei 15 Billionen US-Dollar. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass ein Bitcoin-Preis von 1 Million US-Dollar voraussetzt, dass die Branche zunächst Bedenken ausräumt, Quantencomputer könnten Verschlüsselungsstandards brechen. Prognosen selbst sind extrem volatil und eignen sich nur als Stimmungsmarker.
Für Trader sind die derzeit überprüfbaren Fakten nicht kompliziert. Erstens: X hat Krypto-Diskussionen mit regulierten Börsen verbunden, zunächst als Test in den USA. Zweitens: Zwei Kernunternehmen aus dem Musk-Imperium sind weiterhin große Unternehmens-Bitcoin-Halter, deren Bestände öffentlich einsehbar sind. Drittens: Das Zahlungsprodukt startet mit Fiat, die Krypto-Integration ist als Planung genannt, nicht als bereits live geschaltete Funktion. Viertens: Der Coin-Preis hat sich vom Jahrestief auf ein mehrmonatiges Hoch erholt, liegt aber noch deutlich unter dem bisherigen Höchststand.
Die Eröffnung eines Zugangs ist kein Startschuss für einen Bullenmarkt, und weniger Posts bedeuten nicht Rückzug. Wenn die nächste Runde wirklich kommt, wird der Markt auf diesen Schritt zurückblicken: nicht darauf, was Musk wieder gerufen hat, sondern darauf, ob Hunderte Millionen Menschen, wenn sie $BTC sehen, nur noch einen Klick vom Kauf entfernt sind.



