Apple sieht sich einer Bundesklage von drei Nutzern gegenüber, die behaupten, dass über den App Store vertriebene gefälschte Sparrow-Wallet-Anwendungen zu Bitcoin-Verlusten in Höhe von etwa 1,835 Millionen US-Dollar geführt haben.
Zusammenfassung
- Drei Nutzer behaupten, dass Sparrow-Apps zwischen Mai und August 2025 Bitcoin im Wert von 1,835 Millionen US-Dollar abgezogen haben.
- Die offiziellen Downloads von Sparrow unterstützen macOS, Windows und Linux, aber derzeit existiert keine iOS-Anwendung.
- Apple sagt, es habe die nachahmenden Apps umgehend entfernt und die mit diesen Einträgen verbundenen Entwicklerkonten gekündigt.
James Ramirez, Christopher Ellis und Jalen Delgado reichten die 54-seitige Beschwerde am 24. Juli beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien ein. Die Vorwürfe wurden vor Gericht nicht geprüft, und Apple hat noch keine öffentliche Antwort in dem Fall eingereicht.
Das öffentliche Register identifiziert die Klage als Ramirez et al. v. Apple Inc., Fall 5:26-cv-07713. Es zeigt derzeit die Beschwerde, ein zivilrechtliches Deckblatt und eine nicht ausgeführte Zustellungsurkunde. Kein Richter hat über Apples Verantwortung für die angeblichen Diebstähle entschieden.
Gefälschte Sparrow-Apps sollen Seed-Phrasen erfasst haben
Die Beschwerde besagt, dass Delgado um den 1. Mai 2025 eine gefälschte Anwendung heruntergeladen und etwa 120.000 US-Dollar verloren habe. Ramirez habe angeblich am 25. Juli eine weitere heruntergeladen und 7,4 BTC im Wert von etwa 875.000 US-Dollar verloren. Ellis habe nach der Nutzung der App um den 3. August etwa 840.000 US-Dollar verloren. Jeder Nutzer gibt an, dass die Software vor der Übertragung von Bitcoin an vom Angreifer kontrollierte Adressen eine Wallet-Seed-Phrase angefordert habe.
Die offizielle Website von Sparrow beschreibt das Produkt als Desktop-Bitcoin-Wallet. Die aktuelle Download-Seite listet Versionen für macOS, Windows und Linux, aber keine für iOS. Die Eingabe einer Wiederherstellungsphrase in bösartige Software gibt einem Angreifer die erforderlichen Anmeldeinformationen, um die zugehörige Wallet zu kontrollieren.
Apple sagt, es habe nachahmende Apps entfernt
Apple teilte MacRumors mit, dass es schnell gehandelt habe, um Anwendungen zu entfernen, die Sparrow Wallet nachahmen, und die damit verbundenen Entwicklerkonten gekündigt habe. Das Unternehmen verwies die Nutzer auch auf seine Meldewerkzeuge und sagte, es ergreife Maßnahmen gegen Anwendungen, die gegen die App-Store-Regeln verstoßen.
Apples veröffentlichte Überprüfungsregeln verbieten es Anwendungen, einen anderen Dienst nachzuahmen oder die Marke eines anderen Entwicklers ohne Erlaubnis zu verwenden. Das Unternehmen sagt, dass jede App überprüft wird, und beschreibt den App Store als einen sicheren und vertrauenswürdigen Marktplatz. Apple berichtete separat, dass es im Jahr 2025 potenziell betrügerische Transaktionen im Wert von mehr als 2,2 Milliarden US-Dollar blockiert und mehr als zwei Millionen problematische Einreichungen abgelehnt habe.
Die Kläger argumentieren, dass Apples Sicherheitsmarketing sie zu der Annahme verleitet habe, dass über den App Store angebotene Anwendungen ordnungsgemäß geprüft worden seien. Ihre Beschwerde erhebt Ansprüche nach dem Consumers Legal Remedies Act von Kalifornien, dem Gesetz gegen unlauteren Handel von Louisiana und dem Verbraucherschutzgesetz von Massachusetts. Sie behauptet auch arglistige und fahrlässige Falschdarstellung, Verschweigen und Unterlassung von Warnungen.
Diese Behauptungen bleiben Vorwürfe. Die Kläger fordern ein Geschworenenverfahren, Rückerstattung verlorener digitaler Vermögenswerte, Schadensersatz und erhöhten Schadensersatz, soweit zulässig, Rückzahlung und einstweilige Verfügung. Apple kann sowohl den Sachverhalt als auch die Frage anfechten, ob seine App-Store-Darstellungen eine rechtliche Verantwortung für Verluste durch Drittbetrüger begründet haben.
Frühere Krypto-Wallet-Betrügereien liefern Kontext
Der Streit folgt auf andere Fälle, in denen gefälschte Wallet-Software in große App-Marktplätze gelangte. Insbesondere eine betrügerische Ledger Live-Anwendung im Apple App Store soll im April mindestens 9,5 Millionen US-Dollar von mehr als 50 Nutzern gestohlen haben. Der On-Chain-Ermittler ZachXBT verfolgte Gelder aus dieser separaten Kampagne über zahlreiche Börsen-Einzahlungsadressen. Der Vorfall beweist nicht die Behauptungen im Sparrow-Fall, zeigt aber die wiederkehrende Methode.
Allerdings sind auch gefälschte Phantom-, Rabby- und UniSat-Anwendungen in App-Store-Suchen oder -Auflistungen aufgetaucht. Die gängige Taktik besteht darin, eine bekannte Wallet zu imitieren und nach einem Wiederherstellungssatz zu fragen, den der echte Anbieter bei der routinemäßigen Nutzung nicht benötigen würde.
Der nächste formelle Schritt ist die Zustellung der Beschwerde und die Antwort von Apple, die in Form einer Antwort oder eines Antrags auf Abweisung erfolgen könnte. Das öffentliche Dossier zeigte bei Überprüfung weder einen Verhandlungstermin noch eine Entscheidung zur Sache. Jegliche Zuerkennung, Produktänderung oder Feststellung, dass Apple haftbar ist, würde eine gerichtliche Entscheidung oder einen Vergleich erfordern.







