Dieser Artikel wurde von BlockWeeks zusammengestellt und organisiert
Im zweiten Quartal 2024 haben Krypto- und Blockchain-Startups insgesamt 577 Finanzierungen abgeschlossen, ein Rückgang von 4 % im Quartalsvergleich; die offengelegte Gesamtfinanzierung betrug 3,194 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 28 % im Quartalsvergleich. Die Anzahl der Deals ging leicht zurück, aber die mittlere Deal-Größe stieg leicht von 3 Millionen US-Dollar auf 3,2 Millionen US-Dollar, während die mittlere Pre-Money-Bewertung von 19 Millionen US-Dollar auf 37 Millionen US-Dollar sprang, ein Anstieg von 94 % im Quartalsvergleich, nahe einem historischen Höchststand – das letzte Mal wurde dieses Niveau im vierten Quartal 2021 erreicht, dem Höhepunkt des vorherigen Bullenmarktes.
Es ist zu beachten, dass die Daten in diesem Bericht mit Stand vom 1. Juli 2024 vorliegen, basierend auf den zu diesem Zeitpunkt öffentlich verfügbaren Informationen. Da weitere Transaktionen nachträglich offengelegt werden, werden sich die relevanten Daten noch ändern.
Die Korrelation zwischen Investitionsbetrag und Bitcoin-Preis ist zerbrochen
Die jahrelange Korrelation zwischen dem Bitcoin-Preis und der Finanzierung von Krypto-Startups ist zerbrochen: Seit Januar 2023 ist Bitcoin deutlich gestiegen, während die Risikokapitalfinanzierung nicht Schritt halten konnte. Trotz der bemerkenswerten Jahresgewinne von BTC bleibt die Finanzierung weit unter dem Niveau von 2021–2022, als BTC zuletzt über 60.000 US-Dollar stand.
Zu den Faktoren, die zu dieser deutlichen Divergenz beitragen, gehören: krypto-native Katalysatoren wie Bitcoin-ETFs, Restaking, Modularität und Bitcoin L2; Druck durch Insolvenzen von Krypto-Startups und regulatorische Herausforderungen; und makroökonomische Gegenwinde wie Zinssätze. Während sich der liquide Krypto-Vermögensmarkt erholt, bereiten sich Limited Partner (LPs) möglicherweise darauf vor, ernsthaft zurückzukehren, und die Risikokapitalaktivität dürfte in der zweiten Jahreshälfte zunehmen.
Phasenverteilung: Frühphasige Projekte absorbieren 78 % der Mittel
Im zweiten Quartal gingen 78 % der Mittel an Unternehmen in der Frühphase und 20 % an Unternehmen in der Spätphase. Krypto-fokussierte Frühphasenfonds verfügen noch über „Dry Powder“ aus dem Fundraising von 2021 und 2022, aber große generalistische Risikokapitalgesellschaften haben sich aus dem Sektor zurückgezogen oder ihre Aktivität deutlich reduziert, was es für Spätphasen-Startups schwieriger macht, Mittel zu beschaffen. Der Anteil der Pre-Seed-Deals ging leicht zurück, liegt aber weiterhin höher als in früheren Marktzyklen.
Bewertungen erholten sich nach dem Tiefpunkt stark
Die Bewertungen von VC-finanzierten Krypto-Unternehmen gingen 2023 deutlich zurück, wobei die mittlere Pre-Money-Bewertung im vierten Quartal ihren niedrigsten Stand seit dem vierten Quartal 2020 erreichte. Die Bewertungen erholten sich im ersten Quartal 2024 bescheiden und sprangen dann im zweiten Quartal auf 37 Millionen US-Dollar (+94 % im Quartalsvergleich), den höchsten Stand seit dem vierten Quartal 2021.
Es ist zu beachten, dass Verzögerungen bei der Offenlegung und begrenzte öffentliche Bewertungsdaten dazu führen werden, dass diese Zahl mit der Offenlegung weiterer Informationen erheblich schwankt, sodass die Daten später nach unten korrigiert werden könnten, aber der Sprung selbst ist immer noch bedeutsam. Die mittlere Deal-Größe stieg leicht um 7 % im Quartalsvergleich auf 3,2 Millionen US-Dollar und blieb in den letzten fünf Quartalen im Wesentlichen unverändert. Der Anstieg der Bewertungen wird hauptsächlich durch eine verbesserte Stimmung getrieben: Ohne einen signifikanten Anstieg der Investitionsmittel gewannen Gründer größere Verhandlungsmacht durch Interesse und Wettbewerb unter bestehenden Investorengruppen.
Sektorverteilung: Web3 führt, Layer 1 springt aufgrund großer Finanzierungen
Die Kategorie „Web3/NFT/DAO/Metaverse/Gaming“ erhielt im zweiten Quartal den größten Anteil der Krypto-Risikokapital-Finanzierung (24 %) und sammelte insgesamt 758 Millionen US-Dollar ein. Die beiden größten Deals in dieser Kategorie waren Farcaster und Zentry, die 150 Millionen US-Dollar bzw. 140 Millionen US-Dollar einbrachten.
Infrastruktur, Handel und Layer 1 folgten mit 15 %, 12 % bzw. 12 %. Daten zeigen auch, dass der Anteil der Mittel, die an Layer 1 gingen, aufgrund von zwei Deals, Monad und Berachain (die 225 Millionen US-Dollar bzw. 100 Millionen US-Dollar einbrachten), um mehr als das Sechsfache stieg. Bitcoin L2 sammelte im zweiten Quartal 94,6 Millionen US-Dollar ein, ein Anstieg von 174 % im Quartalsvergleich (34,7 Millionen US-Dollar im ersten Quartal).
Nach Anzahl der Deals führte Web3 mit einem Anteil von 19 %, hauptsächlich getrieben durch einen Anstieg dezentraler Social-Media- und Gaming-bezogener Deals. Obwohl die Finanzierung von Restaking-bezogenen Startups im zweiten Quartal zurückging, belegte die Infrastrukturkategorie nach Anzahl der Deals mit einem Anteil von 15 % immer noch den zweiten Platz; Handels- und DeFi-bezogene Unternehmen machten 11 % bzw. 9 % aus.
Die Aufschlüsselung von Finanzierungen und Deal-Anzahlen nach Kategorie und Phase vermittelt ein klareres Bild davon, welche Unternehmen in jeder Kategorie Kapital beschaffen: Die überwiegende Mehrheit der Mittel in den Kategorien Web3, Layer 1 und Infrastruktur floss an Unternehmen in der Frühphase, während Risikokapitalfinanzierungen in der Kategorie Trading eher in späteren Finanzierungsrunden flossen. Der Anteil der Mittel nach Phase spiegelt auch die Unterschiede in der Reife der einzelnen Sektoren wider – in fast allen Kategorien stammte ein beträchtlicher Anteil der Deals von Unternehmen in der Frühphase.
Geografische Verteilung: Die Vereinigten Staaten erhalten mehr als die Hälfte der Mittel
Im zweiten Quartal betrafen mehr als 40 % der Deals Unternehmen mit Hauptsitz in den Vereinigten Staaten. Das Vereinigte Königreich machte 10 % aus, Singapur 8,7 %, die VAE 3,13 % und Hongkong 2,78 %. Nach dem Finanzierungsvolumen entfielen auf US-Unternehmen 53 % aller Risikokapitalfinanzierungen, ein Anstieg von 23,5 % im Quartalsvergleich; das Vereinigte Königreich machte 12,78 % aus, Singapur 4,6 % und die VAE 4,39 %.
Die überwiegende Mehrheit der Deals und Finanzierungen im zweiten Quartal stammte von Unternehmen, die zwischen 2021 und 2023 gegründet wurden.
Ausblick: Könnte das dritthöchste Jahr in der Geschichte werden
Die Stimmung im Krypto-Risikokapital verbessert sich weiter, bleibt aber deutlich unter dem Bullenmarkt-Niveau von 2021–2022. BTC und ETH sind seit Jahresbeginn um etwa 50 % gestiegen, die Finanzierungen sind im Quartalsvergleich um 28 % gestiegen, während die Deal-Anzahlen im Wesentlichen unverändert sind. Wenn sich dieses Tempo bis zum Jahresende fortsetzt, wird 2024 nach 2021 und 2022 das dritthöchste Jahr für Investitionsvolumen und Deal-Anzahl sein.
Web3 und Layer 1 erhielten erhebliche Investitionen. Die Kategorie Web3 führte mit etwa 750 Millionen US-Dollar, angetrieben von Farcaster (150 Millionen US-Dollar) und Zentry (140 Millionen US-Dollar); Layer 1 belegte mit 371 Millionen US-Dollar den vierten Platz, dominiert von Monad (225 Millionen US-Dollar) und Berachain (100 Millionen US-Dollar).
Die mittleren Bewertungen schnellten in die Höhe und erreichten ihren höchsten Stand seit dem vierten Quartal 2021 (dem Höhepunkt des vorherigen Bullenmarktes). Da Generalist-Risikokapitalgesellschaften aufgrund des Marktabschwungs von 2022 und makroökonomischer Gegenwinde größtenteils noch an der Seitenlinie stehen, befinden sich krypto-fokussierte Risikokapitalgesellschaften in einem wettbewerbsintensiveren Umfeld, was Gründern mehr Verhandlungsmacht bei Vertragsverhandlungen gibt. Beachten Sie, dass dieser Median auf Daten vom 1. Juli basiert und nach unten korrigiert werden kann, wenn weitere Transaktionsinformationen aus dem zweiten Quartal bekannt gegeben werden.
Bitcoin L2 erhält weiterhin große Investitionen und sammelte im zweiten Quartal 94,6 Millionen US-Dollar ein, ein Anstieg von 174 % im Quartalsvergleich. Investoren sind weiterhin sehr begeistert von dem zunehmend komponierbaren Blockspace, der im Bitcoin-Ökosystem entsteht, und erwarten, dass Modelle wie DeFi und NFTs in das Bitcoin-Ökosystem zurückkehren. Interne Forschung zeigt, dass mindestens 65 Projekte behaupten, „Bitcoin Layer 2“ zu sein.
Deals in der Frühphase dominieren weiterhin und nehmen fast 80 % der Investitionsmittel ein, wobei Pre-Seed-Deals 13 % aller Deals ausmachen. Das anhaltende Interesse an Deals in der Frühphase ist ein positives Signal für die langfristige Gesundheit des breiteren Krypto-Ökosystems; trotz Finanzierungsschwierigkeiten für einige Unternehmen in späteren Phasen können Unternehmer für neue innovative Ideen immer noch willige Investoren finden.
Die Vereinigten Staaten dominieren weiterhin das Krypto-Startup-Ökosystem. Die USA halten sowohl bei der Deal-Anzahl als auch beim Finanzierungsvolumen einen klaren Vorsprung, aber regulatorische Gegenwinde könnten mehr Unternehmen dazu zwingen, ins Ausland zu ziehen. Wenn die Vereinigten Staaten ihre Position als Zentrum technologischer und finanzieller Innovation langfristig behaupten wollen, sollten politische Entscheidungsträger erkennen, welche Auswirkungen ihr Handeln oder Nichthandeln auf das Kryptowährungs- und Blockchain-Ökosystem haben könnte.




