In Kürze
- Meta plant, ein kamerafreies Smart-Glasses-Modell mit dem internen Codenamen Luna bereits im Oktober zu veröffentlichen.
- Luna ersetzt Berichten zufolge die Kamera durch sechs integrierte Mikrofone, die mit Meta AI und Metas neuem Muse-Agenten verbunden sind, sowie durch eine Seitentaste und schlankere Bügel.
- Der Schritt folgt auf ein Jahr voller Klagen, Regierungsuntersuchungen und Polizeimemos, die sich gegen Metas kameraausgestattete Ray-Ban-Brillen richteten, die online als „Pervert Glasses“ verspottet werden.
Meta will aus dem Geschäft mit den „Pervert Glasses“ aussteigen – zumindest bei einer Produktlinie.
Das Unternehmen entwickelt eine kamerafreie Smart-Glasses-Version mit dem internen Codenamen Luna und könnte sie bereits im Oktober ausliefern, wie The Information am Dienstagberichtete, unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Luna ersetzt die Kamera durch sechs integrierte Mikrofone, sodass Träger mit Meta AI und Muse, dem neu eingeführten persönlichen KI-Agenten des Unternehmens, sprechen können, so der Bericht. Eine Taste an der Seite aktiviert Meta AI auf Abruf. Die Bügel sollen schlanker sein als bei aktuellen Modellen, mit Lautsprechern ähnlich denen, die bereits in Metas Ray-Ban-Serie verbaut sind.
Laut dem Bericht könnte Meta Luna auf seiner Connect-Entwicklerkonferenz vorstellen, die vom 23. bis 24. September auf seinem Campus in Menlo Park stattfindet. Angeblich sind zwei Stile geplant, mit den Codenamen Clubmaster und Burbank.
Metas mit Kameras ausgestattete Ray-Ban-Brillen haben im Jahr 2026 einen Spitznamen gesammelt, den kein Marketingteam haben möchte: „Pervert Glasses“.
Eine BBC-Untersuchung im Januar ergab, dass Frauen heimlich gefilmt und ohne Einwilligung auf TikTok gepostet wurden. Eine separate Untersuchung im Februar ergab, dass in Nairobi ansässige Auftragnehmer Filmmaterial überprüften, das Personen beim Ausziehen und bei der Nutzung der Toilette zeigte.
Die Folgen rissen nicht ab. Sammelklagen, eine Untersuchung des Generalstaatsanwalts von Texas und eine von der ACLU angeführte Koalition, die forderte, dass Meta seine Pläne zur Gesichtserkennung aufgibt, fielen alle innerhalb weniger Monate zusammen. Sogar die Polizei ist inzwischen misstrauisch – interne Memos zeigen, dass das NYPD und das Heimatschutzministerium davor warnen, dass die Brillen genutzt werden könnten, um heimlich in Gefängnissen und Regierungsgebäuden zu filmen, und ICE hat seinen eigenen Mitarbeitern verboten, sie bei der Arbeit zu tragen.
Ein kamerafreies Modell umgeht auf dem Papier die gesamte Kontroverse.
Luna kann keine verdeckten Aufnahmen von irgendjemandem machen, weil es keine Linse gibt, auf die man richten könnte. Es kann auch nicht das tun, was die Ray-Ban Meta Brillen überhaupt erst beliebt gemacht hat: Fotos und Videos aus der Ich-Perspektive, freihändig.
Wenn der Oktober-Zeitplan Bestand hat, würde Luna die Käufer weniger als einen Monat erreichen, nachdem Meta es auf der Bühne vorgestellt hat.






