Fünf DeFi-Projekte im Beobachtungsfokus: von strukturierten Vaults bis zum On-Chain-Perpetual-Orderbuch

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vor 1 StundeQuelle: blockweeks.com
Fünf DeFi-Projekte im Beobachtungsfokus: von strukturierten Vaults bis zum On-Chain-Perpetual-Orderbuch

Verfasst von: Rightsideonly

Übersetzt von: AIdidiaoJP, Foresight News

Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich der Projektbeobachtung und Informationsaufbereitung. Die im Text genannten Projekte befinden sich größtenteils in einer frühen Phase mit hoher Unsicherheit. Leserinnen und Leser werden gebeten, eigenständig zu urteilen und Risiken zu beachten.

Diese Woche habe ich über Projekte gesprochen, die ich während der Konferenz beobachtet und kennengelernt habe. Einige davon befinden sich noch in anonymer Entwicklungsphase und warten auf Updates des Teams. Die folgenden fünf Projekte verfolge ich aktiv: Mezzanine, INFINIT, IRIS, RISEx und Boros. Vorab klargestellt: Es bestehen keine Interessenkonflikte; ich finde einfach, dass Boros wirklich cool ist.

Mezzanine: Ein einzelnes Asset oder eine Ertragsstrategie in mehrere Tranchen aufteilen

Mezzanine baut strukturierte Vaults rund um ein einzelnes Asset oder eine einzelne Ertragsstrategie auf und teilt den Vault anschließend in verschiedene Tranchen auf.

Die nachrangige Tranche trägt Verluste zuerst und erhält dafür einen größeren Anteil der Erträge; die vorrangige Tranche steht nach dem Puffer und erhält niedrigere Erträge. Dazwischen kann optional eine Mezzanine-Tranche eingerichtet werden, deren Auszahlungszeitraum in der Regel länger ist.

Jeder Vault verfügt außerdem über einen nicht verzinslichen Basis-Token, der an oberster Stelle steht und Verluste zuletzt trägt. Einzahlungen werden zunächst in diesen Basis-Token umgewandelt und dann einer Tranche zugeführt; dieser Schritt erfolgt automatisch durch die App.

Mezzanine ist noch nicht live, aber der erste Vault ist bereits vollständig in der Dokumentation beschrieben, und die darin enthaltene Strategie läuft bereits anderswo: der Hastra Optimizer Vault. Nutzer zahlen auf Ethereum USDC oder wYLDS ein, die Strategie tauscht die Mittel in Hastra PRIME und AUTO um und schleust sie über Morpho und Kamino im Loop; Aave, Exponent und Pendle werden als mögliche Einsatzorte genannt.

Die Reserve beträgt 50.000 US-Dollar, finanziert vom Asset-Manager, zusätzlich liegt ein Monat Vault-Erträge auf einem Treuhandkonto. In puncto Sicherheit wurde das Projekt von Sherlock und ChainSecurity geprüft und von Certora formal verifiziert; zu den auf der Website genannten Partnern gehören Pendle, Kamino, Upshift und RedStone.

Die Aufteilungsquote zwischen vorrangiger und nachrangiger Tranche wurde noch nicht veröffentlicht. Laut Dokumentation werden auf der Vault-Seite bei Eröffnung die Basisprämie und die Risikoprämie angezeigt; ich werde die weiteren Updates im Auge behalten.

INFINIT: Gemanagter Trading-Vault, im Livebetrieb bereits rund 32 % annualisiert

INFINIT betreibt gemanagte Trading-Vaults, die Trades auf Hyperliquid ausführen. Externe Strategiemanager sind für den Betrieb verantwortlich und müssen eigenes Kapital als First-Loss einschießen. Der erste Vault ist der APEX MultiStrategy von APEX Quants, der am 30. Juli den Handel aufgenommen hat und bislang den Erwartungen entspricht.

Der Vault basiert auf Einzahlungen von 506.100 US-Dollar in USDC und stieg in 82 Tagen um 7,18 %; Stand 20. Oktober ergibt sich nach der Annualisierungsmethodik der App ein APR von 31,94 %.

Der Vault geht auf Hyperliquid Long- und Short-Positionen ein und deckt Krypto-Assets, Aktien, Rohstoffe und Indizes ab; die Entscheidung, wann gehandelt wird, basiert auf der Erkennung von Marktzuständen; wenn kein Basiswert die Bewertungsschwelle überschreitet, bleibt der Vault in Cash und wartet ab.

Backtests zeigen über ein 84-Tage-Fenster eine annualisierte Rendite von 163 % bei einem maximalen Drawdown von 10,5 %. Die Live-Rendite von 31,94 % liegt unter der konservativen Schätzung des Managers von 40 % bis 90 %, aber deutlich über den Erträgen der meisten DeFi-Farming-Strategien; der nächste Vault ist es wert, abgewartet zu werden.

Der Token IN schüttet einen Teil der Ausführungsgebühren an Staker aus, dient zum Freischalten von App-Funktionen und ist mit Stimmrechten für Governance verbunden. Vault 1 wird am 28. Oktober zurückgekauft, das Einzahlungsfenster für Vault 2 ist vom 28. Oktober bis 11. November geplant. Zum Zeitpunkt dieses Artikels verbleiben Vault 1 noch 8 Handelstage, und die Strategie wurde im Livebetrieb bereits validiert.

IRIS: Festzinsdarlehen mit fester Laufzeit auf bestehenden Lending-Märkten aufsetzen

IRIS setzt Festzinsdarlehen mit fester Laufzeit auf bestehenden Lending-Märkten auf. Es baut keinen eigenen Zinsmarkt auf, sondern setzt auf Morpho Blue und Aave V3 auf, sodass Liquidität nicht von Grund auf aufgebaut werden muss.

Der Mechanismus funktioniert grob wie folgt: Market Maker (Solver) unterzeichnen Off-Chain-Quotes; sobald der Kreditnehmer annimmt, wird der Darlehenszins bis zur Fälligkeit fixiert, während die zugrunde liegende Plattform weiterhin variable Zinsen erhebt. Die Solver hinterlegen Margin, decken die Lücke zwischen Fest- und variablem Zins ab, verdienen die Zinsdifferenz zuzüglich Erträgen aus dem Collateral und ziehen davon die Protokollgebühr ab.

Jedes Darlehen wird in einen einmaligen „Pod“ (Isolationskammer) gesteckt, in dem Collateral und Schulden separat isoliert sind und nicht mit anderen Darlehen vermischt werden; Positionen können zwischen Whitelist-Plattformen refinanziert werden.

IRIS hat derzeit keine öffentlichen Angaben zu TVL, Darlehensvolumen oder einem ausgegebenen Token. Es gibt noch viel zu tun, aber wenn es funktioniert, könnte es einen neuen Weg für Festlaufzeitdarlehen eröffnen, ohne neue Liquiditätspools zu schaffen.

RISEx: Eine Perpetual-DEX, deren Orderbuch vollständig on-chain läuft

RISEx ist eine Perpetual-DEX, deren Orderbuch vollständig innerhalb der EVM von RISE läuft. RISE läuft auf einem Optimistic Rollup L2. Es gibt hier keine Off-Chain-Matching-Engine; Orders, Matching und Settlement sind On-Chain-Zustände, die andere Contracts in derselben Transaktion lesen und darauf handeln können.

Derzeit werden 43 Perpetual-Märkte verfolgt, das offene Interesse liegt bei etwa 39 Millionen US-Dollar; das Projekt gilt noch als neu. Bei den wichtigsten Coins ist ein Hebel von bis zu 25x möglich, USDC dient als Collateral.

RISE hat 8 Millionen US-Dollar eingeworben, davon 4 Millionen US-Dollar im Juni 2025 von Galaxy Ventures; zu den Seed-Investoren gehören Vitalik Buterin und Stani Kulechov.

RISEx hat noch keinen Token. Die RISE-Chain und RISEx bezeichnen sich selbst als „ein Team, eine Vision, ein Token“. Der Mainnet-Zugang ist weiterhin beschränkt; Zutritt erfolgt über Einladung oder Empfehlung über eine Warteliste.

Boros: Märkte für verschiedene Zinssätze schaffen, beginnend mit perpetual Funding Rates

Boros baut Infrastruktur für Marktineffizienzen und schafft Märkte für verschiedene Zinssätze. Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf perpetual Funding Rates: Nutzer können Yield Units mit Hebel long oder short gehen und variable Funding Rates in eine feste implizite APR umwandeln.

Am 15. Oktober startete Boros Spread-Märkte: ETH und BTC, Basiswert ist die Hyperliquid-Funding-Rate minus der Gate-Funding-Rate. Eine Position verfolgt den Spread zwischen zwei Plattformen; zum Start lagen die Short-Quotes bei etwa 25 % bis 35 % fester APR.

Wie verdient man auf beiden Seiten? Wer den Spread short geht und gleichzeitig auf beiden Plattformen mit Perpetuals hedgt, ist delta-neutral und verdient die feste implizite APR von etwa 25 % bis 35 %. Wer den Spread long geht, kassiert bei jeder Abrechnung den tatsächlichen Spread, solange dieser durchgehend über dem gezahlten Festzins liegt.

Arbitrageure, die kontinuierlich short gehen, drücken den Festzins nach unten; Long-Positionen kaufen günstig ein. Die Aktionen beider Seiten verschaffen der jeweils anderen Seite einen Vorteil, und das Handelsvolumen wächst dadurch immer weiter.

Nutzer können Festzinsgeschäfte außerdem über das CrossEx-Terminal ausführen. Dabei handelt es sich um eine kostenlose Open-Source-Anwendung, die auf dem eigenen Rechner läuft. Sie scannt alle Boros-Märkte, vergleicht sie mit den Gate-CrossEx-Perpetuals und berechnet die Netto-Jahresrendite nach Abzug von Gebühren und Slippage; nach Auswahl eines Marktes wird zuerst die Festzinsseite bei Boros fixiert und dann die Perpetual-Seite bei Gate in der richtigen Reihenfolge gehedgt. Die Oberfläche zeigt die fixierte feste APR, die Margin, ob weiterhin Delta-Neutralität besteht und die erwartete Rendite bei Fälligkeit.

Das klingt nach einer Strategie für Trading-Desks, aber nicht nur Trading-Desks machen das. Der Nutzer @gabavineb postete, dass eine Long-Spread-Position über 9,19 ETH nach 25 Tagen 1,96 ETH Gewinn erzielte, etwa 21 %, und beschrieb die einzelnen Schritte.

Wer vor dem Kapitaleinsatz erst einmal verstehen möchte, was passiert: Die Boros Academy erklärt die Mechanismen und gängige Strategien: Zinsspekulation, Absicherung der eigenen Funding-Kosten und Delta-Neutral-Arbitrage. Ein Nachmittag in der Academy und ein Test mit einer kleinen Position reichen aus, um das Konzept zu verstehen.