Was ist ein algorithmischer Stablecoin? Bindung per Code

2026-07-20

Was ist ein algorithmischer Stablecoin? Bindung per Code

Ein algorithmischer Stablecoin versucht, einen festen Preis per Code statt per Reserven zu halten. Statt jede Münze mit einem Dollar an Assets zu decken, betreibt er einen Mechanismus, der das Angebot ausweitet oder verkleinert, um den Preis ans Ziel zu drücken. Klingt elegant — und ist spektakulär gescheitert. Hier steht, wie er funktioniert, warum er fragil ist und was Terra den Markt lehrte.

Was algorithmisch bedeutet

Ein besicherter Stablecoin hält Reserven; ein algorithmischer meist nicht. Er will bei 1 $ bleiben über Regeln in Smart Contracts, die automatisch ändern, wie viele Münzen existieren. Die Idee: Angebot und Nachfrage lassen sich per Software ausbalancieren — driftet der Preis, erzeugt oder entfernt der Algorithmus Münzen, um ihn zurückzuholen. Es gibt kaum etwas, wogegen man die Münze einlösen könnte, also ruht ihre Stabilität darauf, dass der Mechanismus funktioniert — und dass die Leute daran glauben.

Der Mint-and-Burn-Mechanismus

Algorithmischer Stablecoin auf einen Blick: was er ist, der Mint-and-Burn-Mechanismus, warum fragil, der Terra-Kollaps und das Fazit.

Das bekannteste Design paart den Stablecoin mit einem zweiten, schwankenden Token und lässt Nutzer sie zu festem Wert tauschen. Terras UST funktionierte so mit dem Schwester-Token LUNA: Man konnte stets LUNA im Wert eines Dollars verbrennen, um 1 UST zu prägen, oder 1 UST verbrennen, um LUNA für einen Dollar zu prägen. Fiel UST unter 1 $, sollten Arbitrageure ihn kaufen, für einen Dollar LUNA einlösen und verkaufen — was das UST-Angebot verkleinert und den Preis zur Bindung hebt.

Warum sie fragil sind

Der Fehler ist die Zirkularität: UST wurde von LUNA gestützt, doch LUNAs Wert kam großteils aus der Nachfrage nach UST. Als im Mai 2022 das Vertrauen brach, lief der Mechanismus rückwärts. Fallendes UST prägte immer mehr LUNA, LUNAs Preis brach mit dem explodierenden Angebot zusammen, und das zerstörte genau die Stütze, die UST retten sollte — eine „Todesspirale“. Binnen Tagen waren beide Token fast wertlos, und zweistellige Milliardenbeträge lösten sich auf.

Das Fazit

Terras Kollaps wurde zur prägenden Lehre: Ein Stablecoin ohne echte Assets dahinter hält nur, solange alle daran glauben, und Glaube kann schnell verschwinden. Seither sind die meisten rein algorithmischen Designs gescheitert oder verblasst, und Regulierer begegnen ihnen mit tiefem Misstrauen. Die praktische Regel: Wisse, was einen Stablecoin wirklich deckt — lautet die ehrliche Antwort „ein Algorithmus und ein Begleit-Token“, ist sein Dollar weit unsicherer als der eines reservegedeckten.

Fazit

Ein algorithmischer Stablecoin tauscht Reserven gegen einen cleveren Angebotsmechanismus, und dieser Tausch hat sich unter Stress wiederholt als instabil erwiesen. Er ist nicht dasselbe wie eine besicherte Münze wie USDC, auch wenn beide einen Dollar nennen. Bei einem Stablecoin zählt die Frage, was hinter der Bindung steht — und „Code und Vertrauen“ können, wie Terra zeigte, hinter gar nichts stehen. Um die Grundlagen weiter zu lernen, folge weiteren Beiträgen der Bitbase Academy.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist Bildungsinhalt der Bitbase Academy, nur zu Informationszwecken. Er ist keine Anlage-, Handels-, Steuer- oder Finanzberatung. Krypto-Assets sind volatil — schätze dein Risiko selbst ein. Stand Juni 2026; maßgeblich sind die aktuellen offiziellen Informationen.

Quellen

[1] Federal Reserve Bank of Richmond, "Why Stablecoins Fail: An Economist's Post-Mortem on Terra" richmondfed.org

[2] Chainalysis, "How TerraUSD (UST) Collapsed" chainalysis.com

[3] Investopedia, "Stablecoin: Definition, How They Work, and Types" investopedia.com